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X-Tro 3 (1995)

Keep watching the skies! – Als ein Echo des klassischen Science-Fiction Films muß die X-Tro-Reihe nun in die dritte Runde. Ein ansatzweise interessanter Film, ein haaresträubendes Sequel, welches nichts mit seinem Vorgänger zu tun hat und nun hat er wieder Geld zusammen gekratzt, der Harry Bromley Davenport. Meine Erwartungen waren entsprechend niedrig und ich war schon gefaßt darauf, wie sich Xtro³ selbst beim Titel weiter fleißig in der Science-Fiction-Abteilung bedienen würde, um uns eine hanebüchene Geschichte aufzudrängen. Natürlich hat auch diese nichts mit X-Tro – Nicht alle Außerirdischen sind freundlich oder Xtro II – Die zweite Begegnung zu tun. Überraschend dabei das durchaus witzige Wochenschau-Intro, das auf neue, kreative Energie hoffen läßt und vor allem schon eins nahelegt: Auch die Akte X ist an Harry Bromley Davenport nicht spurenlos vorübergegangen. So berichtet nun ein untergetauchter Marine einer zu Rate gezogenen Reporterin, was er gar furchtbares auf einer fernen Insel erleben mußte.
Die Spezialeinheit wurde für Xtro³ auf das Eiland geschickt, um explosive Relikte unschädlich zu machen. Denkste, als sie neben jeder Menge Karnickel auch menschliche Knochen finden, liegt der Verdacht nahe, daß man auch diese zu Versuchen benutzt hat. Es kommt schlimmer. Die Soldaten rennen nämlich mit jeder Menge C4 herum und sprengen so auch ein Loch in einen Betonklotz. Pech gehabt, denn, ich kürze hier mal ab, hier hat das US Militär seinerzeit ein Ufo samt Alien eingekerkert. Der kleine Graue ist sauer.

Xtro³ glänzt mit grauenvoller Predator-Tarntechnik aus dem Computer, die wir auch aus den Sequels von Albert Pyuns Nemesis-Reihe kennen, wird das knuffelige Gummialien zur Bedrohung. Für weitere Verwirrung sorgt Robinson Crusoes Neffe, ein weißhaariger Höhlenmensch, der das Sprechen weitestgehend verlernt hat, jedoch einst, wie wir später herausfinden, an dem Projekt aus den Fünfzigern beteiligt gewesen war. Darauf läßt eine Filmrolle in seiner Behelfswohnung schließen, auf der eine feinst vom Roswell-Film kopierte Alienautopsie zu sehen ist. Die Idee ist allerdings auch neben der im Ansatz vorhandenen Neo-Noir-Stimmung der Einleitung schon mit das Beste an Xtro³.
Der Rest ist Geschmackssache. Fraglos noch mehr an den Haaren herbei gezogen, als die durchschnittliche Alienstory fehlt Xtro³ jede Substanz, um dem zum Eintauchen in die Filmwelt gewillten Fan irgendetwas glaubhaft zu machen. Das Team kommt, um die letzten Spuren zu beseitigen. Bei der Eskalation flieht der einzig wissende Befehlshabende, um dann mit einem neuen Team zurück zu kehren, um die neuen Spuren zu beseitigen? Ich hätte durchaus erwartet, daß das amerikanische Militär über effektivere Methoden verfügt, dieses Fleckchen Erde in Schutt und Asche zu legen.

Doch Harry Bromley Davenport hat noch einen letzten Trumpf in der Hand. Neben den zahlreichen Explosionen besinnt er sich für Xtro³ zurück auf seine Gore-Effekte aus den Achtzigern. Auf billigem Niveau, aber durchaus auf ein Magengrummeln abzielend streut er so einige krude Bilder ein, die den Zuschauer vor allem aus der Tristesse der militärischen Operation erwecken. Da er aber auch an einigen Stellen auf den Humor abzuzielen versucht, hätte er dessen Anteil in Xtro³ nicht so sehr vernachlässigen sollen. Die Mixtur wirkt so unausgewogen, läßt den Film in Teilen schon fast stümperhaft erscheinen, was im Kontrast zu den besseren Einfällen steht, zu denen auch eine hysterische Handkamera zählt, deren Einsatz die betreffende Szene in ihrer psychischen Anspannung durchaus unterstreicht.
Und doch, Xtro³ läßt sich schon wieder als belanglose Nachmittagsunterhaltung akzeptieren. Vielleicht ist es die erfreuliche Steigerung, die nach dem desaströsen Xtro II zu verzeichnen ist, vielleicht ist es die Hirnrindenhornhaut des gestählten Trashkonsumenten, die es ermöglicht, diesem Allerlei so etwas wie Unterhaltung abzugewinnen. Fakt ist, diese basiert großteils auf einer Metaebene des Hohns, der gespielten Bewunderung und seltener tatsächlicher Anerkennung von Leistung.

Originaltitel: Xtro 3 – Watch the Skies
Deutsche Alternativtitel: X-Tro 3; X-Tro³; X-Tro III
Produktionsland: USA
Erstveröffentlichung (Video): 14.11.1995
Regie: Harry Bromley Davenport
Autoren: Daryl Haney
Produktion: Jamie Beardsley, Harry Bromley Davenport, Daryl Haney
Musik: Harry Bromley Davenport (lt. anderen Quellen Van Rieben)
Kamera/Schnitt: Irv Goodnoff, Krish Mani
Darsteller: J. Marvin Campbell, Douglas Cavanaugh, Robert Culp, Andrew Divoff, Daryl Haney, Jim Hanks, Virgil Frye, Nigel Gibbs, Andrea Lauren Herz, Sal Landi, Lisa London, Karen Moncrieff, Jeanne Mori, Al Ruscio, David Weininger u.a.

OFDb, IMDb, Wikipedia (en), Moviepilot

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