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Supersonic Man (1980)

Star Wars und Superman hatten just die Lichtspielhäuser verlassen, da keimte in Spanien offenbar die Lust, die eigenen Blüten erblühen zu lassen. In den USA dank Co-Produzent Dick Randall ebenfalls auf ein breites Publikum gestoßen, führte kein geringerer als Juan Piquer Simón, dem wir einige Genrestreifen inklusive dem famosen Slugs zu verdanken haben, das Zepter dieses Machwerkes Supersonic Man. Ob das nun Ernst oder Ulk sein soll, wissen vermutlich nur die Götter des Trash-Olymps.

Die Vorbilder dieses optisch wie ein Bastard aus Superman und The Flash anmutenden Helden sind so offensichtlich wie die für die Story absolut unnötige Einführung im Weltall. Hier fährt die Kamera in gewohnter Weise einen Sternenkreuzer ab, um schließlich dem Supersonic Man einen fadenscheinigen Grund zu liefern, die Erde zu besuchen. Diese sei nämlich von Menschen bewohnt und wäre das nicht schlimm genug, würden diese unmögliche Waffen ihr Eigen nennen, zu deren Beherrschung sie nicht in der Lage seien. Flugs stürzt sich der Supersonic Man ins Geschehen.
Warum er sich nun ausgerechnet an die Fersen des von Cameron Mitchell verkörperten Dr. Gulik heftet, weiß er vermutlich genauso wenig, wie der verrückte Superbösewicht in seinen philosophischen Diskursen sein eigenes Handeln zu begründen vermag. Das kratzt uns Zuschauer deutlich weniger als der übliche Konflikt des Supersonic Mans zwischen Heldengestalt und menschlicher Erscheinungsform Paul. Diese Rolle teilen sich zugleich der im Italokino ansässige Antonio Cantafora (Paul) und Spaniens Tarzan, das Muskelpaket José Luis Ayestarán (Supersonic).
Praktischerweise formiert sich diese Tragödie um Patricia (Diana Polakov), der Tochter von Professor Morgan (José María Caffarel), den Dr. Gulik nebst einigem radioaktiven Material entführt hat.

Supersonic Man beginnt famos mit einem Titelsong voll Eurodisco-Schwung. Schwarz/Grün gewandete Rekruten Guliks folgen dem zerstörerischen Einmarsch eines sehr kantigen Kampfroboters, dessen glänzende Hülle nicht deutlich preisgibt, ob es sich um solides Aluminium oder doch nur ein mit Folie beklebtes Requisit handelt. Eine frühe Rettungsaktion des schnauzbärtigen Überschallgeschwindigkeitsmannes besteht aus dem Emporheben einer deutlich als Sperrholzplatte identifizierbaren Nachahmung einer Dampfwalze, auf welcher der Schriftzug “ACME” prangt. Wo ins Bild gesetzte Linien Laserstrahlen formen und Funkenregen über Miniaturen prasseln, da scheint es nur zu glaubwürdig, daß der Supersonic Man für gewöhnlich vor einem Bluescreen durch die Luft rudert, welchen die Skyline von New York ziert und wohl der einzige Hinweis des in Spanien gedrehten Films auf den Schauplatz in den USA darstellt.
Leider sind es Ziellosigkeit der Figuren wie eine nachlässig geführte Dramaturgie schließlich, die das flotte Tempo des nach dem Vorbild der 70ies Italocrime-Grooves tönenden Soundtracks ausbremsen. Über den seltsamen Runninggag eines stetig in die Szenerie tappenden Alkoholikers mal hinweggesehen verliert man an Supersonic Man schlicht das Interesse, weil sich die rauschartig zusammengeschusterten Versatzstücke lediglich aus Genrestandards zusammensetzen.

Die Zuhilfenahme ein paar trashaffiner Freunde bietet sich an, um den Tücken des auf einem Niveau zwischen der 60ies Batman-Serie und einem Tokusatsu-Erguß pendelnden Films entgegenzutreten. Es wird vielleicht sogar zu mehreren Sichtungen kommen, um dem Inhalt des etwas wirr mit Details gespickten Superheldengerümpels gewahr zu werden. Hilfreich sind dabei in der deutschen Synchronisation vertraute Stimmen, unter denen sich der in meinen Ohren stets mit dem Hörspiel-He-Man verknüpften Norbert Langer als der Schußwaffen in Südfrüchte verwandelnde Supersonic Man sympathisch hervortut. In diesem Sinne:

Mögen die Kräfte der Galaxis uns nicht verlassen!

Originaltitel: Supersonic Man
Deutscher Alternativtitel: Sonicman
Produktionsland: Spanien
Erstaufführung: Januar 1980, USA
Regie: Juan Piquer Simón
Darsteller: Antonio Cantafora, Cameron Mitchell, Richard Yesteran, Diana Polakov, José María Caffarel, Frank Braña, Javier De Campos, Tito García, Quique Camoiras, Luis Barboo, Ángel Ter, Emilio Higuera u.a.

OFDb, IMDb, Wikipedia (en), Moviepilot

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