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Sharktopus (2010)

Never change a running system. Denn: Was Roger Corman in den 50ern gemacht hat, war reißerische Plakate anpreisen, um dann dem Einkäufer den dazugehörigen, billig produzierten Film zu präsentieren. Ab und zu kam dabei dann ein Überraschungshit heraus. Sharktopus wurde nicht mal mehr fürs Kino gedreht, denn Quasi-Filmschulmeister Corman bedient nun die Zuschauer des amerikanischen Senders Syfy. Das ändert jedoch nichts daran, daß sich in den Läden sowohl DVDs als auch Blu-rays anfinden, welche weltweit phantastischste Artworks zieren, um den gottgleichen und jeden monsteraffinen Filmfan anziehenden Titel zu unterstützen. Schließlich hat sich insgesamt an den Ansprüchen nicht viel geändert. Zu einem Haihorrorfilm gehören Sonne, Strand und heiße Mädchen einfach dazu. Daß man hingegen in der Mutationskreuzung zwischen Haifisch und Oktopus eine neue Attraktion sucht, kann doch nur willkommen sein.

Der Sharktopus entpuppt sich als Killermaschine. Nicht einfach so, denn natürlich kann eine derartige Kreation nur militärische Hintergründe haben. Weil so eine Entwicklung äußerst wertvoll ist, wird außerdem Collateralschaden in Kauf genommen, denn man mag das Vieh wieder unter Kontrolle bringen. Hierzu stehen den wenigen Helden in einem Vater-Tochter-Konflikt ausschließlich die üblichen 1-2 Schuß zur Verfügung, denn so ein Sharktopus – wie jedes lebensgefährliche Experiment – ist so exklusiv und teuer, daß an Gegenmaßnahmen nicht gedacht werden konnte. Der gute Eric Roberts ist übrigens dabei und Roger Corman selbst gibt ein Cameo als Penner. Geholfen hat beides nicht. Trotz einiger haarsträubender Dialogfetzen in der ansonsten tranquilierenden Mise-en-scène kann das größte Manko nicht ausgeglichen werden.

Der Sharktopus, welcher vom Design her noch recht bewundersnwert erdacht ist, wird für sich schon nicht ausreichend texturiert, um nicht als CGI-Effekt hervorzustechen. Man scheint am liebsten noch Hinweispfeile angebracht haben zu wollen, daß die Graphiken aus dem Computer stammen. Vergleichbar ist die Qualität etwa mit den ersten Programmierversuchen auf der Playstation 1. Dies schließt vom Niveau mit ein, daß Wave Race, seinerzeit als Referenz für Wasserphysik auf dem Nintendo 64, noch nicht erschienen sein kann. Ja nicht mal eine Interaktion mit den Tentakeln wird glaubhaft, weil die Fangarme das Opfer oft nicht einmal berühren.

Die Frage die Sharktopus einmal mehr hervorruft ist nun, ob sich diese Umstände für eben jene Playstation-Generation tatsächlich als niedlicher Trash darstellen, so wie Altfans noch Heute ihr Herz für handgemachte Kreaturen, Puppen- und Stopmotion-Technik öffnen. Ansonsten gerade Minimalanforderungen des Sujets entsprechend wirkt Sharktopus auf den Nostalgiker effekttechnisch viel mehr auf eine sterile Art mißlungen. Aber eins muß man Corman ja lassen. Auch yours truly hat sich trotz besseren Wissens die Blu-ray gekauft. Warum sollte der zumindest finanzielle Erfolgsproduzent seine Strategie auf die alten Tage also noch ändern?

Originaltitel: Sharktopus
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: 25.10.2010, Syfy, USA
Regie: Declan O’Brien
Darsteller: Eric Roberts, Kerem Bursin, Sara Malakul Lane, Héctor Jiménez, Liv Boughn, Julian Gonzalez Esparza, Blake Lindsey, Peter Nelson, Maija Markula, Megan Barkley, Mary Corman, Kyle Trainor, Roger Corman u.a.

OFDb, IMDb, Wikipedia (en), Moviepilot

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