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Sein und Nichtsein des deutschen Films

Bekanntermaßen stets auch im Einsatz für die Neuentdeckung des deutschen und europäischen Films nutze ich gleich aus zwei Gründen die Gelegenheit, einen Artikel vorzustellen, den ich in Bremen-Marcos praktischer Rubrik Das Bloggen der Anderen entdeckt habe.

Während Intergalaktische Filmreisen als Epizentrum der Aktion deutscher Film in seinen Lesern genau das Publikum für die Frage Warum der deutsche Film so ist, wie er ist anspricht, die Thilo Röscheisen dankenswerterweise mit deutlich weniger Polemik behandelt, als befürchtet, war es mir leider nicht möglich seine Kommentarfunktion zu nutzen, weshalb ich im Appendix nun gern noch 5 Thesen ergänzend aufgreifen möchte.

1. Engländer, denen aufgrund ihrer Muttersprache eigentlich der globale Markt offensteht
Ist das so, oder haben die Amerikaner nicht bereits hier, verstärkt noch beim australischen Film (wir erinnern uns z.B. an die US-Synchro von Mad Max), Verständnisprobleme? Jedenfalls wird die Modeerscheinung, sich per englischem Zungenschlag abheben zu wollen, in den USA nicht genügen, um eine signifikante Masse in die Lichtschauspielhäuser zu locken. Da Synchros in den USA jedoch nicht in Frage kommen und der John Doe keine Untertitel mag, muß ein auswärtiger, englischsprachiger Film wohl genauso entdeckt und zu einem Remake verwurstet werden, wie es das skandinavische oder asiatische Kino erfährt.
Zugegeben hätte ein Publikum in der BRD vermutlich ähnliche Probleme, sich beispielsweise einen Film auf Schwitzerdütsch einzuverleiben.

2. Aus all diesen teils historischen Gründen sind die Filmindustrien außerhalb Hollywoods schon von ihrer Struktur her sehr stark auf ihren Heimatmarkt fokussiert.
Das ist in Europa aber tatsächlich oft ein Trend, der sich mit dem Einbruch der herrschenden Produktionssysteme entwickelt hat. Das Weimarer Kino war in der Hochzeit durchaus auf den internationalen Markt ausgerichtet. Was man beim Stummfilm noch recht einfach mit lokalisierten Alternativfassungen bewerkstelligen konnte, wurde in den 30ern anfangs noch durch verschiedene Sprachfassungen mit teils anderen Schauspielern gelöst, die parallel zur deutschen Filmfassung entstanden sind. In der Regel handelte es sich dabei um eine englische und/oder französische Sprachfassung. Der blaue Engel oder Das Testament des Dr. Mabuse wären da Beispiele. Später hat man das auf dem Rücken der Edgar Wallace Welle der 60er unter anderem wiederzubeleben versucht.
Auch aus Frankreich fanden Stummfilme den Weg auf den amerikanischen Markt, darunter La Roue von Abel Gance in einer deutlich kürzeren, angepassten Schnittfassung.
Nach dem 2. Weltkrieg hat sich ein europäisches Co-Produktionsnetzwerk entwickelt, in welches sich Firmen schon mit geringen Beträgen, die teils durch das Stellen von Schauspielern gedeckt wurden, einkaufen konnten. Auf diese Weise wurde oft auch die Präsenz nationaler Stars gesichert, während die so entstandenen Filme in den oft 4 oder 5 beteilligten Ländern dann auch vorgeführt wurden. Diese Verbreitung wird in den heutigen Systemen selten gewährleistet. Am ehesten findet man dies noch beim Sender Arte, der deutsche und französische Kulturprogramme verknüpft.
In jüngerer Zeit werden einige deutsche Projekte auf Englisch gedreht, um einen Weltmarkt anzusprechen. Vielleicht ist dies in zweierlei Hinsicht eine Lösung, da neben der internationalen Vermarktbarkeit das deutsche Publikum auch das vom Hollywood Kino gewohnte Synchro-Ambiente genießen darf.

3. Aber wer kann sich schon einen Til Schweiger vorstellen, der die oberste Etage eines Frankfurter Hochhauses in die Luft jagt und dabei “Yippie ya yei, Schweinebacke” ruft?
Die Annahme ist als solches falsch, weil es sich um eine Stilblüte deutschen Synchronisationswesens handelt, welches seinerzeit unfreiwillig komisch versuchte, den amerikanischen Sprachduktus zu transponieren. Im Original kann man dem “Yippee-ki-yay, motherfucker.” sogar eine mehrschichtige Tiefe abgewinnen, bei der es nicht nur um Coolness, sondern eine Ironisierung amerikanischer Klischees beziehungsweise dem Filmbild des Cowboys geht.
Tatsächlich würde Til Schweiger die oberste Etage eines Frankfurter Hochhauses in die Luft jagen und dies mit Begriffen der Anglizismenfamilie “Fuck” unterstreichen, was wiederum unecht und unfreiwillig komisch wirken würde. Zwar hat der “Fuck”-Terminus längst Einzug in deutsche Münder genommen, jedoch gelingt es den Medien selten, eine Natürlichkeit zu reproduzieren. Selbst die um Sprachgebäude selten verlegene Sarah Kuttner scheitert in der Lesung ihres Romans Mängelexemplar daran, der dort repetitiv verwendeten “Fuck”-Phrase den artifiziellen Eindruck auszutreiben. Bezeichnend hierbei ist, daß es hingegen ein englischer Muttersprachler wie Rea Garvey im Handumdrehen bewerkstelligt, die deutsche Sprache um die Neuschöpfung “un-fucking-fassbar” zu bereichern. Der Unterschied hierbei ist, daß es in diesem Fall lebendig und authentisch gewirkt hat. Etwas, das den Dialogen des kontemporären deutschen Films gern abgeht.
Berechtigt halte ich aber die Frage, ob dies denn früher nicht ebenso Scheinsprachen gegeben hat, die deutschen Film zu einer eigensinnigen Anderswelt gemacht haben, wie die gekünstelten Synchronisationen eines Rainer Brandt verfälschend den fremdsprachlichen Film einem deutschen Publikum goutierbar gemacht haben.

4. Zum einen sollte es möglich sein, das Publikum langsam und behutsam an andere Erzählstile heranzuführen.
Ein pädagogisches Problem, welches in der häuslichen Erziehung einen Ursprung nimmt. Grob gesagt: Wer den großen US-Eskapismus schon als einziges in die Wiege gelegt bekam und weder Weitblick noch Rückblick ausbilden konnte, gehört eben zu der Generation, in der heute die Annahme verbreitet ist, ein Film müsse aus Hollywood kommen, möglichst auf Deutsch synchronisiert und nicht älter als zwei Wochen sein.
Ähnlich wie die mangelnde monetäre Wertschätzung eines Films sehe ich hier auch einen Einfluß des Kabelfernsehens. Nicht nur wurde der Eindruck einer quasi kostenfreien Verfügbarkeit von Filmen erzeugt. Auch die Auseinandersetzung mit dem Medium, wie es noch zu Zeiten von zwei oder drei Fernsehprogrammen der Fall war, hat sich zum reinen Konsum gewandelt. Wer seinerzeit fernsehen wollte, war auf das angewiesen, was ihm geboten war. In Wechselwirkung mit anderen Programmteilen oft nur ein Film zur Zeit, der dann eben europäischem und nahezu antikem Urpsrungs sein konnte.
Es fehlt heutzutage leider die elterliche Fürsorge und auch der Bildungsauftrag der Schulen, Kinder an die Materie Film als Kunstform und dialektisches Medium heranzuführen. Im Unterricht beispielsweise hat der deutsche Film oftmals nur eine illuststrierende Begeleitfunktion und prägt bereits einen Eindruck von gestelzten, mit trockenem Lehrstoff verschmolzenen, Formen.

5. Status Quo: Die Entdeckung des deutschen Films in der Retrospektive.
Mit der Aktion deutscher Film wollte ich weniger den deutschen Film in seiner jetzigen Entwicklung beeinflussen, als den Erfahrungshorizont erweitern. Tatsache ist es ja nicht nur, daß sich auch heute gute Filme unter den Veröffentlichungen verstecken. Vielmehr gibt es in der Geschichte des deutschen Kinos viele Perlen zu entdecken, die sich ohne weiteres auch auf eigene Weise verschiedenen Genres zuwenden. Abgesehen davon, daß sich Labels wie Pidax, Filmjuwelen, Spirit Media, Filmgalerie 451, oder partiell auch EuroVideo, Universum, Turbine, Cine Club und Koch Media mit tollen Veröffentlichungen deutschen Filmen widmen, mangelt es offenbar noch an der Bereitschaft des deutschen Publikums, sich mit Kult- und/oder Genreproduktion aus dem eigenen Land auseinander zu setzen.
Trotz aufwendiger Premium-Veröffentlichungen ausschließlich grandioser Filme steht zum Beispiel die Edition deutsche Vita, ein Gemeinschaftswerk von Media Target, Subkultur und filmArt, nicht nur kurz vor der Veröffentlichung des Films Mädchen… nur mit Gewalt, sondern auch dem einstweiligen Ende. Abhängig von wirtschaftlich vertretbaren Zahlen haben sich die Kultfilme Zinksärge für die Goldjungen, Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn und Fluchtweg St. Pauli nicht ausreichend verkauft. Mit Änderung des Lizenzinhabers werden die Filme dennoch auf dem Ramschtisch wieder auftauchen. Nach entsprechender Vorarbeit soll nun der Massenmarkt von exzellenten, neuen Abtastungen profitieren (was an sich toll ist), während die Ein-Mann-Unternehmen von ihren Aufwendungen kaum mehr zu spüren bekommen, als die Liebe ein paar dankbarer Fans. Wer die Aussicht für die Zukunft ändern will, sollte sich also schnellstmöglich an die DVDs der Edition deutsche Vita halten, denn ohne diese würden auch Ramschveröffentlichungen die Qualität einer Videokassette nicht übersteigen.

Im Artikel auf Zeit Online, auf den sich Thilo Röscheisen bezieht, erwähnt man ferner, “Deutschlands bester Genrefilmer Dominik Graf” habe sich dem Fernsehen verschrieben. Was dort beinahe so beiläufig und ein bisschen negativ konnotiert untergegangen wäre, ist vielleicht eine große deutsche Krux. Ist deutsches Fernsehen am Ende nicht einfach der Hort des Genres? Stellt man sich deshalb den dicken Polizisten mit der Käseklappstulle und der Thermoskanne* nicht eher im deutschen Fernsehen vor, als auf der großen Leinwand?
Wie so oft kommt es darauf an, geht aber auch deutlich tiefer. Als das Fernsehen erfolgreich darin voranschritt, das Kino niederzuringen, haben Regisseure und Schauspieler es durchaus genossen, es im Fernsehen warm und trocken zu haben. Nebst begehrten Jobs bei Fernsehserien bot man gerade in den 70ern aber auch viel Freiraum für junge und/oder wilde Filme und Filmemacher. Das ist nicht nur der kongeniale Dominik Graf, das war auch Jahre zuvor schon Rainer Erler mit progressiven und oft kritisch kommentierenden Werken wie Die Delegation oder Wolfgang Menge, auf dessen Stoffen sowohl Tom Toelles Das Millionenspiel und Wolfgang Petersens Smog basieren. Auch in den 80ern konnte Rainer Boldt skandalträchtige Reaktionen mit seinem Film Im Zeichen des Kreuzes wiederholen.

Ergänzend füge ich außerdem gern noch einmal das Verzeichnis der Artikel an, mit denen sich die Dösperados ihrem Verhältnis zum deutschen Film genähert haben:

Passenderweise gehe ich dann jetzt erstmal in den nächsten Multiplex, um mir die Deutsch synchronisierte Fassung von Iron Man 3 3D anzusehen.

* Das wäre eine weitere Diskussion zum Thema “Deutsche Bullen beißen nicht”, oder warum müssen es FBI und Scotland Yard sein?

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6 comments on “Sein und Nichtsein des deutschen Films

  • Judith

    Heilige Scheiße.. so lange ist das schon wieder her mit den deutschen Filmen?

  • Marco

    Von der “Aktion Deutscher Film” habe ich damals gar nichts mitbekommen. Finde ich sehr gut, da ich finde, dass der Deutsche Film generell diskriminiert und unterschätzt wird. Als ob ein Film nur eine Mainstream-Komödie oder ein kopflastiges Sozialdrama sein könne. Was Quatsch ist, wie auch Deine Aktion und die Vielzahl der genannten Titel zeigt. Leider gibt es eine Mauer in den Köpfen des Publikums, welche es scheinbar nicht zulässt, Filme jenseits der beiden genannten Kategorien wahrzunehmen. Dabei gibt es sie noch immer und in vielfältigen Formen. Sie finden nur kein (inländisches) Publikum. Und um das Verständnis für die (nicht nur) eigene Filmgeschichte ist ja bei vielen selbsternannten “Filmfreaks” auch in der Regel mehr als schlecht bestellt.
    Wie dem auch sei. Zu Deinen Thesen hätte ich noch ein paar Ergänzungen.

    Du hast recht. In den USA werden auch englische Komödien gerne mal “amerikanisiert”. Siehe “Death at a Funeral”2007/2010). Deutsche Filme auf Englisch zu drehen finde ich übrigens ganz fürchterlich. Sich darüer beschweren , dass es keinen deutschen Genrefilm gibt und gleichzeitig durch eine möglichst große “hollywoodisierung” auf den amerikanischen Markt zu schielen, beißt sich meiner Meinung nach. Bei großen Co-Produktionen, wo eh alle Schauspieler aus anderen Ländern kommen, ist das natürlich etwas anderes. Aber genuinen deutschen Produktionen soll doch bitte schön auch in Deutsch gedreht werden. Dominik Graf hat dazu in dem Interview in der neuen (digitalen) Splatting Image dazu auch was gesagt, wie wichtig er es findet, dass sich die Schauspieler in ihrer Muttersprache ausdrücken.
    Punkt 4 unterschreibe ich mal so. Zu Veröffentlichungen wie “Edition Deutsche Vita” und Co. Großartig, dass sich endlich jemand dieser fantastischen Filme annimmt. Ich glaube tatsächlich, wenn diese Produktionen einem größeren Publikum bekannt werden und sich weiterhin eine “Kult” um Filme wie “Blutiger Freitag” oder “Supermarkt” bildet, dann kann das positiv auf den gegenwärtigen Film ausstrahlen. Überhaupt würde ich mir sehr wünschen, wenn sich die jungen Genrefilmemacher mehr an der eigenen Filmgeschichte und nicht am Horror-Mainstream aus den USA orientieren würden. Vielleicht würden sie dann merken, dass es hierzulande auf der Straße interessante Geschichten gibt, die mit Mut und Enthusiasmus kostengünstig umzusetzen sind – es muss ja nicht immer gleich aufwändiger Horror oder SF sein. Leider – das muss ich jetzt auch sagen – ist die Preisgestaltung dieser Kleinstlabel so abenteuerlich, dass ich kaum glaube, dass damit eine größere Käuferschicht angezogen wird. Mir sind 30 Euro für eine DVD einfach viel zu viel und ich denke, andere denken genauso. Trotzdem: Bitte das Bewusstsein für diese tollen deutschen Filme aus den 60er und 70er wecken und hoffen, dass das in der Gegenwart etwas bewirkt.

    • Intergalactic Ape-Man

      Wir scheinen da ja auf etwa einer Welle zu sein.

      Fever Pitch ist auch so ein UK zu US Remake, wo aus Fußball eben Baseball wurde. In Unkenntnis des Hornby Romans und des englischen Films fand ich das in England konsequent auf The Perfect Catch umgetitelte US Remake aber echt knuffelig und sehenswert, was bestimmt an Drew Barrymore gelegen hat, die hier so angenehm entspannt agiert.

      Was deine falsche Vorstellung von 30 Euro für eine DVD angeht, muß ich jedoch klar intervenieren. Im OFDb-Shop kosten seit der Vorankündigung Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn 19,98 € (Edles Digipak im richtigen Schuber (kein O-Ring), inkl. Audiokommentar, Interview und reichhaltigem Booklet) und Fluchtweg St. Pauli 22,98 € (Edles Digipak im richtigen Schuber (kein O-Ring), inkl. Soundtrack CD(!), Audiokommentar und reichhaltigem Booklet). Beide sind auf 1000 Stück limitiert. Eine Vanilla gab es in dem Fall nicht, die wurden vom neuen Lizenznehmer, der nur Titel veröffentlicht, die andere vorher für DVD gemastert haben, falls du verstehst. Mit der EDV läßt sich also nur sehr wenig Gewinn einfahren, die Preise sind mehr als angemessen.

      Aufgrund schlechter Erfahrungen mit anderen unseriösen DVD-Produzenten schien es vor der EDV unmöglich, daß der damalige Lizenzinhaber Studio Canal noch einmal unterlizensieren würde. An der Veröffentlichung mancher Kultfilme war man dort desinteressiert. Es schien also wie ein Wunder, als plötzlich filmArt Zinksärge für die Goldjungen ankündigen konnten. Hier brachte man erst eine Vanilla fürs Kaufhaus, kündigte aber zeitgleich den echten Knaller mit der ersten EDV (für 19,98 € im OFDb Shop, bei VÖ waren es 24,98 €) an. Nebst Horst Janson, Henry Silva und Jürgen Roland Interviews und des obligatorischen Booklets nebst oben beschriebener Digipak Qualität befindet sich als weitere Weltpremiere in dieser Deluxe Edition eine weitere DVD mit der alternativen italienischen Fassung von Zinksärge für die Goldjungen – mehr auf Action angelegt geschnitten und mit alternativen Szenen! Dieses Paket ist auf lediglich 1500 Einheiten limitiert.
      Bestmögliche Bild und Tonqualität sind bei den Releases ohnehin selbstverständlich.
      Und nun erklär mir mal, wie und wo das nicht das Geld wert sein sollte. ;)

      (Übrigens bekomme ich weder Geld noch kostenlose Rezensionsexemplare, ich zahle genau die gleichen Preise, nur abzüglich meines OFDb Club-Rabatts. :D )

  • Marco

    Okay, 19,98 geht in Ordnung. Ich hatte die Preise bei Amazon.de nachgeschaut, wo die DVDs zwischen 25 und 30 liegen. Den Punkt nehme ich also zurück. 20 Euro sind aber auch meine absolute Schmerzgrenze, denn als Alleinverdiener mit zwei Kindern sitzt das Geld nicht mehr so locker, wie noch zu glorreichen Single-Zeiten. Und da fühlt man generell sich zur Zeit schon, wie ein Kind, das ohne einen Cent in der Tasche in den größten und schönsten Bonbonladen geschickt wurde. Aber das soll hier jetzt nicht mehr Thema sein. Zurück zum Deutschen Film ;)

    • Intergalactic Ape-Man

      Ok, Amazon ist bei Kleinlabels leider total ungeeignet. Entweder sind es ungeprüfte Releases, wo man dann den 18er Bonus zahlen muß und/oder die Teile werden zu weltfremden Preisen angeboten. Da empfehlt sich echt die OFDb, in der Regel bekommt man da den bestmöglichen Preis. Icatcher ist manchmal drunter, die verlangen aber auch mehr Porto und Vorauskasse. Bei OFDb bekommst du als Club Mitglied ausserdem noch 5% Rabatt.

      Bei den Releases setze ich auch Prioritäten und kann grundsätzlich deine Situation nachvollziehen. Den Majorkram kaufe ich meist auch nur noch auf dem Grabbeltisch, gebraucht oder in der 6 für 20 Aktion und so. Ich verstehe auch, daß es gerade bei Experimenten schwer fällt, so viele Euros zu zücken. Es gibt da durchaus auch schwarze Schafe unter den Nischenlabels, wo man sich vorher über die Qualität informieren sollte (Red River, Edition Tonfilm und fast alles mit X z.B.). Grundsätzlich habe ich aber einfach einen Höllenrespekt davor, wirklich langwierige Recherchen durchzuführen, um wirklich eine Lizenz vom aktuellen Halter legal zu erwerben (Synchro kann im Besitzer abweichen), Bild und Ton unter erheblichem Kostenaufwand zu restaurieren (teils müssen Lagerkosten rückwirkend für viele Jahre entrichtet werden), eigenes Bonusmaterial zu produzieren (dafür wollen manche Altstars zumindest bei der ersten Anfrage noch einige Tausender sehen) und z.B. statt Dubtitles neu übersetzte Untertitel zum O-Ton zu erstellen. Da steckt scheißeviel Arbeit drin, die nur von den kleinen Labels gestemmt wird, weil sie selber daran interessiert sind. Sonst könnte man diese kleinen Auflagen kaum bezahlen. Das ist halt eine Herzensangelegenheit, bei der ich lieber einmal Spaghetti mit Ketchup oder Rührei esse, als so einen Release liegen zu lassen, den man sonst vielleicht nie bekommen hätte. Ich würde mich auch freuen, wenn Filmjuwelen als jetziger Inhaber des Studio Canal Pakets mit dem angelaufenen Releaseblast einen besseren Weg gefunden hat, ich befürchte nur, daß die Qualität am Ende drunter leidet und doch wieder nur alte Fernsehmazzen ausgewertet werden, oder was halt sonst in der Masse passiert. Schwer, weil eben auch nur so wenige Menschen noch Filme kaufen.

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