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Sarg der blutigen Stiefel (1971)

Als der Film nach Mord und Schießerei recht schnell in die gerichtliche Verhandlung ging und dort zu versacken drohte, fürchtete ich erst, so recht würde Sarg der blutigen Stiefel nicht in Schwung kommen. Glücklicherweise entwickelt er sich noch zu einem leidlich spannenden Aufklärungskrimi, der sich mit einem maskierten Mörder auch nach der einprägsamen Einleitung nah an Giallo-Motiven hält.
Obschon die Moral als solche im Westen nicht themenfremd erscheint, gelingt es doch, einen, wenn nicht übermässig spektakulären, doch erfrischenden Beitrag zum Genre zu liefern, dem milde der Charme des Unvollendeten anhaftet. Oder gibt es beispielsweise eine andere Erklärung als die skurrile Spätprofilierung des Western gegenüber dem Martial-Arts-Boom dafür, wenn sich Silver im Judotraining mühelos des fernöstlichen Kampfkünstlers mit einem Fausthieb erwehren kann? Immerhin knüpft diese Szene nirgendwo sonst an.

Duelle verlaufen kurz und schmerzvoll, Kinski ist trotz tragender Nebenrolle nicht nur Teilnehmer, sondern spielt theatralische Standards. Gianni Garko reichert die Silver-Figur verhalten mit Sartana-Gimmicks an. Wenn er erstmal in Fahrt kommt, dann läuft er, dieser Bastard, dessen Zentrum immerhin ein Bordell ist, was sich allerdings kaum in aufreizenden Details niederschlägt.
Trauert manch Zuschauer um die unterbrochene Entblößung Gely Genkas, so halten sich anhand existenter Standbilder von Hardcoreszenen, die wegen der Darsteller mit Sarg der blutigen Stiefel in Verbindung stehen könnten, hartnäckige Gerüchte um eine Sexfassung, wie sie seinerzeit öfter für den Export erstellt wurden. Ehrlich gesagt sehe ich kaum eine Anschlußmöglichkeit, aber der Gedanke an einen so absurd entstellten Film bleibt noch eher haften, als das Werk selbst.

Originaltitel: Il venditore di morte
Deutsche Titel: 1000 $ Kopfgeld; 1000 Dollar Kopfgeld; Der Galgen wartet schon, Amigo!; Sarg der blutigen Rache; Sarg der blutigen Stiefel
Produktionsland: Italien
Erstaufführung: 17.09.1971, Italien
Regie: Lorenzo Gicca Palli
Darsteller: Gianni Garko, Klaus Kinski, Luciano Pigozzi, Gely Genka, Franco Abbiana, Giancarlo Prete, Laura Gianoli, Luciano Catenacci, Luigi Casellato u.a.

OFDb, IMDb, Wikipedia

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