Home » Film » Lana – Königin der Amazonen (1964)

Lana – Königin der Amazonen (1964)

Nebst dem Krimi war der Abenteuerfilm (zumeist nach dem Vorbilde Karl Mays) erfolgreich in den deutschen Lichtspielhäusern der 60er Jahre. Grund genug für einen Lustspielregisseur wie Géza von Cziffra, sich auch einmal in diesem Genre zu versuchen. Lana – Königin der Amazonen ist dabei nahezu archetypisch für das Dschungel-Sujet, werden doch Szenen am Amazonas mit wilden Tieren, darunter gefräßige Piranhas und Krokodile, umrahmt. Eine Expedition freundlich gesinnter Wissenschaftler stößt dabei auf goldgierige Ganoven.

Beide Parteien hatten jedoch ohnehin das gleiche Ziel, die Wohnstätte der berüchtigten Amazonen. Was hier so nach einem Muster beginnt, wie es noch über Jahre Konzept in Urwald- und Kannibalenfilmen weiterpraktiziert werden sollte, taugt bereits an dieser Stelle zu nicht viel mehr als einem simpel gestrickten Exploitationfilm mit romantischer Einlage. Erstaunlich dabei ist, daß sich im Vergleich zum Dschungelcamp-Film der Women in Prison Gattung hier nur der Unterschied darin zeigt, daß Männer in Haft sitzen. Barbusig sind die Amazonen getreu ihres Rufes freilich trotzdem und man muß der Casting-Crew eine konsequente Geschmackssicherheit bei den weiblichen Rundungen bescheinigen, sind die Silhouetten doch alle ähnlichen Schnitts. Die blonde Hauptdarstellin Catherine Schell bleibt dabei übrigens trotz vehementer Versuche Géza von Cziffras, ihren angeklebten Blumenschmuck zu lösen, im Gegensatz zu ihren Amazonen züchtiger bedeckt.

In den Händen der Frauen geht es den Männern gar nicht mal so übel, denn als exotische Liebespartner sind diese ihnen mehr als willkommen. Bei den vornehmlich in Anspielungen deutlich werdende Sexualkontakten gelten die maskulinen Beschwerden eher der breiartigen Verköstigung. Doch ob es nun die Schurken sind, die nach einer Flucht endlich in den Genuß noch zu raubender Schätze kommen wollen, oder der heimliche Held, der die blonde Dschungelschönheit Lana, selbstverständlich Überlebende eines Flugzeugabsturzes, kennen und lieben gelernt hat, aus der drohenden Gefahr als Herrscherin befreien und einem geregelten Leben in der Zivilisation zuführen möchte, es wird nicht bei einem trauten Beieinander der Völker bleiben.
Mehr macht von Cziffra schließlich nicht aus seinen Figuren, was mit dem unbefriedigend abruptem Ende das eigentliche Manko des eigentlich angenehm daherplätschernden Dschungelkitsches ist. In der deutschen Filmgeschichte nicht mehr ganz so besonders hervorstechend wie noch Liane – Das Mädchen aus dem Urwald, aus dessen Score sich hier übrigens fleissig bedient wird, ist Lana – Königin der Amazonen doch der angenehmere Vertreter dieser Gattung deutscher Dschungelfilm, da die Fettnäppfchen zumeist umgangen werden. 1965 genügte die seichte Tittenparade immerhin noch für ein Verbot im Ausland durch die portugiesische Sitte.

Originaltitel: Lana – Königin der Amazonen
Produktionsland: Deutschland
Erstaufführung: 27.11.1964, Deutschland
Regie: Géza von Cziffra, Cyl Farney
Darsteller: Anton Diffring, Catherine Schell, Christian Wolff, Michael Hinz, Yara Lex, Dieter Eppler, Haydee Pinto, Átila Iório, Adalberto Silva, Célia Azevedo, J.B. Carvalho, Gil Delamare, Hans von Borsody u.a.

OFDb, IMDb

Posted in Film and tagged as , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>