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Die Verdammten der blauen Berge (1964)

Als der Butler des südafrikanischen Kupfermillionärs Wexler (Walter Rilla) getötet wird, betraut dieser den Privatdetektiv Steve Martin (Lex Barker) mit der Aufklärung. Anfang 1964 unter anderem in Kapstadt, auf dem Tafelberg und im Kruger-Nationalpark gedreht, gibt es keinen Hinweis, wieso der deutsche Verleih aus Victim Five ausgerechnet Die Verdammten der blauen Berge machte. Letztere sind im britischen Kriminalfilm-Abenteuer des genreaffinen Robert Lynn nicht auszumachen. Dafür sammelt man allerhand Exotisches zu einem zeitgenössischen Potpourri.

Auch wenn Ronald Fraser als ladykillender Inspector Dickie Lean tatkräftig versucht, Lex Barker seine Position als smartes Bond-Equivalent abzuringen, so ist es doch der ehemalige Tarzan-Darsteller, der offensichtlich zwischen seine Karl May Rollen gedrängt in Die Verdammten der blauen Berge die gewohnt schmalzige Tolle der bleigeschwängerten Luft eines angelsächsisch-actionabenteuerlichen Crimethrillers aussetzen soll. Viel Abwechslung bietet der Sonnyboy in seinen Ausdrücken mitnichten. Fairerweise muß man aber erwähnen, daß die konstruierte Geschichte den Schopf seines Hauptdarstellers an außerordentlichem Glanz überstrahlen kann.

Ein Gruppenbild übernimmt die Funktion des zusammenführenden MacGuffins. In Kriegsgefangenschaft wurde hier eine Gemeinschaft festgehalten, welche nun Stück für Stück ausgestrichen wird. Dies gibt ausreichend Gelegenheit, um den unteren Zipfel des afrikanischen Kontinents von seinen besten Seiten zu zeigen. Man bedenke, daß nicht nur James Bond ein Kassenschlager der Kinos war. Zwar bietet Die Verdammten der blauen Berge keine Großwildjagden vom Formate des hawkschen Hatari, doch kommen nebst schillernden Unterwasserszenen voller fremdartiger Tiere auch lebensgefährliche Straußenherden und ein Löwe zum Zuge.

Bereits zu Beginn rufen derwischartige Rituale um Schwerttricks und Durchbohrungen von Körperteilen die italienische Sensationsreportage Mondo Cane in die Erinnerung. Die Verdammten der blauen Berge soll offenbar in diese Kerben schlagen und dem Zuschauer in einer Mischung kolonialistischer Abenteuergeschichten und einer fadenscheinigen Kriminalhandlung Eindrücke einer fernen Welt bieten, welche man trotz Aufschwüngen in der Tourismusbranche seinerzeit nicht in der vollen Breite erleben konnte. Dieses Gefühl von Urlaub im Kino ist es auch, der heute solche Filme am Samstagvormittag durchaus genießbar macht. Ganz so far out wie spätere Abenteuer des Kalibers Inferno unter heißer Sonne geht es aber noch nicht zu.

Originaltitel: Victim Five
Deutscher Alternativtitel: Die Verdammten der blauen Berge
Produktionsland: Großbritannien
Erstaufführung: 1964
Regie: Robert Lynn
Darsteller: Lex Barker, Ronald Fraser, Ann Smyrner, Véronique Vendell, Walter Rilla, Dietmar Schönherr, Percy Sieff, Gustel Gundelach, Gert Van den Bergh, Howard Davis, Sophia Kammara u.a.

OFDb, IMDb, Wikipedia, Moviepilot

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