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Daylight (1996)

I wanna be Daylight in your eyes, I wanna be sunlight only warmer

Daylight (1996) Blu-ray von Universal
Daylight
(1996, USA)
Regie: Rob Cohen
mit Sylvester Stallone, Amy Brenneman, Viggo Mortensen, Dan Hedaya, Jay O. Sanders u.a.
Mit Daylight entführt uns Rob Cohen zurück zum Flair der 70er Jahre, als Katastrophen die Kinositze durchschüttelten. Mit der Idee war er nicht wirklich allein, denn während in den 90ern bunte Techno-Hippies in Schlaghosen die Straßen betanzten, erlebte auch dieses Subgenre seine Renaissance in der trotz allen Plastikkommerzes vielleicht doch letzten großen Dekade des Kinos. Der seit 1980 als Produzent tätige Regisseur wird schon gewusst haben, warum er das gemacht hat.
Sein etwas wuselig zusammengeführtes Inferno trifft die Tunnelverbindung zwischen Manhattan und New Jersey, deren Röhren von einer repräsentativen Mischung aus privaten und geschäftlichen Fahrzeugen gefüllt sind. So schlingert dann auch ein mit Punks besetztes Fluchtfahrzeug durch die Reihen, um sich mit einem Giftmülltransport zu verkeilen und den großen Bumms hervorzurufen, den Industrial Light & Magic aber mal richtig schön hinbekommen haben. Während die in Daylight immer wieder präsenten handgemachten Bühneneffekte den Hintergrund bilden, reißen die Computerflammen fast schon spürbar durch die Gänge.

Aus positiver Sicht muß man den generellen Aufbau des Tunnel-Unglücks in Daylight ganz klar als Hommage an Hollywoods große Blockbuster-Welle der 70er deuten. Die Produktion der Tunnel-Sequenzen fand in der italienischen Cinecitta statt, wo ausreichend Platz für die Bauten und benötigten Wassertanks vorhanden war. Es gibt bei diesen Bühneninszenierungen eine dünne Linie zwischen Effekten, die man im Eifer des Gefechts als real akzeptiert und diesen mechanisch und grob wirkenden Tricks, die wie in einem Freizeitpark immer wieder dieselbe Situation simulieren können. Letzteres trifft leider auf Daylight zu.
Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, daß so eine Bühnendarbietung letztlich ja doch auch abhängig vom dramaturgischen Einsatz ist. Es wäre einfach zu sagen, der eigentlich von Rob Cohen vorgesehene Schauspieler Nicolas Cage sei viel besser für die Rolle geeignet gewesen, was weder zutrifft noch berücksichtigt, daß auch das Schauspiel von Cage öfter mal in der Kritik steht. Die nötige Präsenz für den in Daylight von Sylvester Stallone eingenommenen Part bringt wirklich nur der gute Sly mit und wenn dieser in einer Szene durch mehrere Riesenventilatoren hindurchkraxeln muß, dann passt es eigentlich, zumal Stallone die Presse darüber informierte, nach seiner Bewältigung der Höhenangst in seinem Kletterabenteuer Cliffhanger in Daylight nun die Angst vor engen Räumen besiegen zu wollen. Sein Stamm-Double Mark De Alessandro stand ihm in beiden Fällen zur Seite.

Vielleicht liegt es dann auch tatsächlich an dieser Angst, daß Sylvester Stallone in Daylight schon von Beginn an kurzatmig wirkt. Wer der deutschen Sprache mächtig ist, tut nur gutes daran, die tolle Synchronfassung mit Stallones Stammsprecher Thomas Danneberg und anderen Lieblingen wie Christian Rode und Joachim Kerzel auszuwählen. In dieser wirkt der Actionstar der Situation gewachsener. Schließlich läßt Rob Cohen seinen Protagonisten schon unbeholfen genug aussehen, indem er Stallones Figur Kit Latura ganz leise als Taxifahrer etabliert. Nur kleckerweise rückt er damit raus, daß es sich um einen ehemaligen Haudegen der New York City Emergency Medical Services handelt, der wegen ein paar Todesfällen unehrenhaft aus dem Dienst geschieden ist. Dann verwundert die Haltung seiner ehemaligen Kollegen natürlich nicht, als sie ihn am Unglücksort erkennen.
In Daylight zieht Cohen seiner Hauptfigur damit den Boden unter den Füssen weg, daß Latura sich waghalsig in den Tunnel begibt, um etwas gut zu machen. Dann steht er aber wieder genauso planlos da wie alle anderen, was bis dahin reicht, daß in der Schaltzentrale nicht einmal die Bildschirme beachtet werden. Im Grunde tanzen Stallone erstmal alle auf der Nase herum. Ein bulliger Knacki aus dem Gefangenentransport will das Kommando und ein von Viggo Mortensen ganz witzig dargestellter Sportschuhdesigner und Abenteurer geht auch trotz aller Warnung seines Weges. Die illustren Restposten menschlichen Lebens machen sich dann widerwillig daran, Kit Latura zu folgen, der seinen Weg gern damit begründet, keine bessere Idee zu haben, was Daylight insgesamt recht zäh werden lässt.

Rob Cohen ist durchaus bekannt dafür, sein Kino mit einem Hang zu edlem Trash auszugestalten. So krankt sein Film Daylight oft an der internen Logik. Zwar basiert der Film auf einem Unglück im Holland Tunnel aus den 40er Jahren und die Katastrophe im Mont-Blanc-Tunnel von 1999 hat uns diesbezüglich in die Realität zurück verwiesen, doch frage ich mich weiterhin, warum man einen Tunnelzugang über ein großformatiges Ventilationssystem nicht einfach mit einer kleinen Tür als Notausgang und für Wartungsarbeiten ausgestattet hat.
Wenn man über die Tappsigkeit des Protagonisten hinweg sieht, die dem Geschehen den heroischen Pathos nimmt, dann fallen ferner Prinzipien auf, die ich als überholt erachten möchte.
Es genügt schließlich nicht die gewählte Kombination von Abziehbildern, die in diesem Tunnel eingeschlossen sind, es gibt auch eine Ablebens-Hierarchie, deren Ideale unter anderem die Hauttönung als Indikator zu verwenden scheint. Einen gekreuzigten Heiland schließlich als rettenden Wegweiser einzusetzen ist konsequent wie haarsträubend auf diesem Stolperpfad durch den überschwemmten Untergrund.
An den us-amerikanischen Kinokassen gefloppt spielte Daylight erst in der internationalen Auswertung knapp das doppelte seiner 80 Millionen Dollar Produktionskosten wieder ein, von denen sich Sylvester Stallone an die 20 Millionen für seinen Auftritt auszahlen ließ. Sein Sohn Sage Stallone war außerdem Teil des Schauspieler Ensembles.

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Ergänzende Informationen

OFDb, IMDb, Wikipedia, Moviepilot, Deutscher Trailer

Daten zu Daylight
  • Originaltitel: Daylight
  • Regie: Rob Cohen
  • Autor: Leslie Bohem
  • Darsteller: Sylvester Stallone (dt. Thomas Danneberg), Amy Brenneman (dt. Bettina Weiß), Viggo Mortensen (dt. Stefan Fredrich), Dan Hedaya (dt. Friedrich Georg Beckhaus), Jay O. Sanders (dt. Michael Telloke), Karen Young (dt. Karin Buchholz), Claire Bloom (dt. Gisela Fritsch), Vanessa Bell Calloway (dt. Viola Sauer), Renoly Santiago (dt. Asad Schwarz), Colin Fox (dt. Gerd Holtenau), Danielle Harris, Trina McGee, Marcello Thedford, Sage Stallone (dt. Julien Haggége), Jo Anderson, Mark Rolston (dt. Christian Rode), Rosemary Forsyth (dt. Kerstin Sanders-Dornseif), Luoyong Wang, Barry Newman (dt. Joachim Kerzel), Stan Shaw (dt. K. Dieter Klebsch), Mark Chadwick, Candace Miller, Lee Oakes, Sakina Jaffrey, Albert Macklin, Tony Munafo, Joseph Ragno, Nestor Serrano (dt. Stefan Staudinger), Harold Bradley, Stephen Nalewicki, John Lees, Robert Sommer, Lenore Lohman, Mark De Alessandro, Lisa McCullough, Penny Crone, Madison Stone, Ed Wheeler, Dan Daily, Stephen James, Isis Mussenden, Rob Cohen, Pina De Rosa, Marshall Dancing Elk Lucas, Steve Marshall, Kai Portman, Joey Sontz, Michael Wehrhahn
  • Erstaufführung: 05.12.1996, Los Angeles, Kalifornien, USA
  • Produktionsland: USA
  • Produktionsfirma: Davis Entertainment, Universal Pictures
  • Produktion: John Davis, Raffaella De Laurentiis, David T. Friendly, Herb Gains, Hester Hargett, Tony Munafo, Paul Neesan, Joseph Singer
  • Kamera: David Eggby
  • Schnitt: Peter Amundson
  • Musik: Randy Edelman
  • Special Effects Firma: Bionics, Grant McCune Design, Illusion Arts, Industrial Light & Magic, MetroLight Studios, VisionArt
  • Special/Visual Effects: Daniel Acon, Renato Agostini, Daniel Auber, John Baker, Danilo Bollettini, Trevor Butterfield, Massimo Cardajoli, Mario Cassar, Antonio Corridori, Maurizio Corridori, Massimo Cristofanelli, Barrie Ellis, Peter Fern, Rodney Fuller, Frank Guiney, Jonn Herzberger, Ron Hone, Marijan Karoglan, Trevor Neighbour, Nigel Nixon, Steve Patton, Drago Poldrugac, Claudio Quaglietti, George Vrattos, Kit West, Barry Whitrod, Kenneth Cassar, Tony Gardner, Matthew Alexander, Rick Anderson, Joakim Arnesson, Lori Arnold, Al Bailey, Bill Barr, Randall K. Bean, Kathleen Beeler, Chuck Bemis, Adam Bennes, Andrea Biklian, Kathleen Bishop, Patricia Blau, Nick Bogle, Jason Brackett, Barbara Brennan, Bob Brophy, Ronn Brown, Greg Bryant, Anne Calanchini, Megan I. Carlson, Terry Chostner, Terry Collis, Richard J. Cook, Marc Cooper, Michael Corcoran, Christine Cram, Julie Creighton, Gail Currey, Bernie Demolski, David Deuber, David S. Dranitzke, Gilbert Draper, Edwin Dunkley, Syd Dutton, Jack Edjourian, Robert M. Edwards, Jana Erland, Fish Essenfeld, Raul Essig, Scott Farrar, Cory Faucher, Ted Fay, John Ferrari, Bob Finley III, Dick Gardner, Brian Gernand, Michael Gleason, Henry Gonzales, Timothy Greenwood, David Hanks, Erik Haraldsted, David R. Hardberger, Phillip Hartmann, Steve Harvey, Aaron Haye, Richard O. Helmer, Geoff Heron, Christophe Hery, Edward Hirsh, John Horn, Peg Hunter, Alex Jaeger, Carole Johnson, Doug Jones, Brian King, Adam Kowalski, Marshall Richard Krasser, Gregor Lakner, Dan Large, Edward Lawton, Lynn Ledgerwood, Joe Letteri, Jamey Levin, James Lim, Michael Lynch, Jodie Maier, Ralph Maiers, Greg Maloney, Jeff Mann, Tia L. Marshall, Tom Martinek, Fumi Mashimo, Don Matheson, Grant McCune, Ken McGaugh, Rich McKay, Scott McNamara, Richard Miller, Terry Molatore, Amanda K. Montgomery, John Moore, Tim Morgan, Jim Morris, Claudia Mullaly, Patrick T. Myers, Kenneth Nakada, Jeremy Nelligan, Dan Nelson, Luc G. Nicknair, Michael Olague, Hiromi Ono, Alex Palumbo, Eddie Pasquarello, Richard Patterson, Alan Peterson, Lorne Peterson, Joshua Pines, John Ramsay Jr., Denise Ream, Corey Rosen, Alan Rosenfeld, Thomas Rush, Mark Sawicki, Clark Schaffer, Peter Schmidt, Suzie Schneider, Dwight Shook, Monty Shook, William Shourt, Richard King Slifka, Kenneth Smith, Brian Sorbo, Smokey Stover, Robert Stromberg, Ole Dieter Sturm, Catherine Sudolcan, Bill Taylor, Ginger Theisen, Christopher Townsend, Pat Turner, Michael Van Eps, Pam Vick, Steve Walton, Kevin Walz, Andy Wang, Mike Wassel, Wanda Watkins, David S. Williams Jr., Rick Won, Michael Yost, Dana Yuricich, John Ziegler, Mark Fiorenza, James W. Kristoff, Peter Menich, Dobbie Schiff
  • Stunts: Gillian Aldam, Lucy Allen, Roy Alon, Bill Anagnos, Del Baker, Dickey Beer, Dana Bertolette, Peter Bucossi, Helen Caldwell, Omero Capanna, Enrico Capuani, Domenico Cianfriglia, Doug Coleman, Abbi Collins, Gary Compton, Gerry Crampton, David Cronnelly, Graeme Crowther, Danielle da Costa, Mark De Alessandro, Ray De-Haan, Jim Dowdall, Steve Emerson, Roy Farfel, David Filippi, David Forman, Sarah Franzl, Romo Gorrara, Steve Griffin, Don Hewitt, Jery Hewitt, Sy Hollands, Paul Jennings, Dianne Kelly, Eddie Kidd, Crispin Layfield, Tom Lucy, Steve Mack, Artie Malesci, Branislav Martinak, Lisa McCullough, Jack P. Mclaughlin, Valentino Musetti, Mark Anthony Newman, Mick O’Rourke, Peter Olgyay, Claudio Pacifico, Janet Paparazzo, Eddie Powell, Peter Prikler, Angelo Ragusa, Orlando Ragusa, Roberto Resta, Lee Sheward, Keith Siglinger, Jaroslav Sykora, Martin ‘Mato’ Uhrovcik, Jeff Ward, Tim Werner, Paul Weston, Claudio Zucchet, Anthony Sinopoli, Massimiliano Ubaldi
  • Soundtrack:
    • Bruce Roberts & Donna SummerWhenever There Is Love
    • Ho-HumDon’t Go Out With Your Friends Tonite

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