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Casablanca (1942)

Hauptschauplatz des Films ist Rick’s Café Américain in Casablanca, einer Stadt im französischen Protektorat Marokko zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Im Gegensatz zu Frankreich ist dieser Teil Französisch-Nordafrikas nicht von den Nazis besetzt. Das Ergebnis ist ein Schmelztiegel von verschiedensten Nationalitäten, Flüchtlingen und zwielichtigen Gestalten.
Casablanca ist eine Zwischenstation auf dem Weg nach Lissabon, von wo aus ein Flug in die USA ermöglicht werden kann. Doch die wenigsten erhalten eins der begehrten Visa, was Fälscher auf den Plan ruft. Für Aufsehen sorgt die Anreise des tschechischen Widerstandskämpfers Victor László (Paul Henreid), der den Nazis mehrfach entkommen konnte. Als seine Frau Ilsa (Ingrid Bergman) den ihr bekannten Pianisten Sam (Dooley Wilson) bittet, ‘As Time Goes By’ zu spielen, erkennt der aufgebrachte Barinhaber Rick (Humphrey Bogart) in ihr die Dame, die ihm einst in Paris das Herz gebrochen hatte.

Zitate aus Casablanca sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Man spricht von einem Kultfilm. Oftmals listet man ihn unter den besten Filmen aller Zeiten. Zu den Stärken gehört sicherlich die wunderschön kitschige Photographie insbesondere des Motivs Ingrid Bergman. Sie befindet sich mit ihrem Filmpartner Humphrey Bogart hauptsächlich über dieses Werk in den Erinnerungen der Zuschauer und doch hat das Spiel aus Licht und Schatten eben nicht zu verleugnende dunkle Seiten.
Das unproduzierte Bühnenstück Everbody Comes to Rick’s wurde kurz nach dem Kriegseintritt der USA von Warner gekauft. Viele Autoren arbeiteten darauf an der Umsetzung und zwar noch während der ganzen Dreharbeiten. So war den Darstellern selten bekannt, wohin es ihre Figuren überhaupt führen würde. Man erkennt klar die Handschrift der Epstein-Brüder, deren zynischer Grundton insbesondere das erste Drittel dominiert. Leider kann dieses Niveau von den Co-Autoren nicht gehalten werden. Ferner sind die Beweggründe der Figuren auch nicht immer klar nachvollziehbar. Zwar hat das nicht ausgesprochene auch seinen Reiz, jedoch nimmt schließlich auch der Hays Code seine Auswirkungen auf die Gestaltung, so daß zum Beispiel sexuelle Zuwendungen zum Erreichen eines Zieles nur verschlüsselt angesprochen werden. Seiner Funktion als Propagandafilm schuldet Casablanca sein pathetisches Ende und verspielt damit letztlich eine weitere Chance aus dem vollen Potential zu schöpfen.

Dennoch ist die sehr eigene Mischung für den Zuschauer sehr interessant. Auf der Schwelle zwischen den klassischen Gangster- und Film-Noir-Epochen vermengen sich in diesem Liebesfilm Elemente verschiedenster Genres, ohne Casablanca zu einem Spionagethriller oder einen Krimi zu machen. Aufgrund der liberalen Ausgangssituation sticht der Film aus den Kriegsproduktionen (wie zum Beispiel dem kurz zuvor veröffentlichten Sabotageauftrag Berlin, in dem Errol Flynn einen Kampftrupp nach Westernschema durch die feindlichen Reihen führt) als immer noch wenig eindimensional hervor und bezieht unter anderem daraus seine zeitlose Qualität.

Originaltitel: Casablanca
Deutscher Titel: Casablanca
Produktionsland: USA
Erstaufführung
: 26.11.1942, New York City, New York, USA
Regie: Michael Curtiz
Darsteller: Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Rains, Conrad Veidt, Sydney Greenstreet, Peter Lorre u.a.

OFDb, IMDb, Wikipedia

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