Home » Aktionen » Ein Film – Viele Blogger » Jahrgang 2014 » Der Elefantenmensch (1980)

Der Elefantenmensch (1980)

Der Elefantenmensch (1980) auf DVD von Arthaus
DVD und Blu-ray von Arthaus

Er ist ein Freak. John Merrick (John Hurt) führt als Elefantenmensch das Leben eines Tiers. Eingesperrt in einen Käfig fristet er seines Daseins. Er leidet unter der Tyrannei des Schaustellers, der ihn seinem Publikum als Sensation vorführt. Als Dr. Treves (Anthony Hopkins) auf der Bildfläche erscheint passiert das Unglaubliche. Wegen Merricks wulstigen Mißbildungen zunächst als anatomisches Studienobjekt gebraucht, führt der Arzt seinen Schützling in die Welt der Kultur ein. Der Elefantenmensch kann sprechen. Er bastelt kleine Kunstwerke und genießt Kleidung und Körperpflege. Aber genügen Aufklärung und Moral, um den Ausgestoßenen zu integrieren? David Lynch erzählt von Masken und wahren Gesichtern. Wer ist am Ende das Monster?

Ein Film – Viele Blogger ist eine Mitmachaktion. Du hast selbst einen Artikel zum Film geschrieben, kannst ergänzende Daten liefern, oder möchtest einfach deine Meinung kund tun? Wir freuen uns über deinen Kommentar!

Kritiken zu Der Elefantenmensch

Der Elefantenmensch” ist ein interessanter und berührender Film, der von Menschlichkeit und Toleranz erzählt, gleichzeitig aber auch der Gesellschaft den Spiegel vorhält. Durch das körnige Schwarz-Weiß-Bild fühlt man sich in das viktorianische London versetzt, die Charaktere wirken authentisch und glaubwürdig.

Maria Engler auf Die Filmguckerin
(Abgerufen am 06.07.2014)

Lynch legt Zeugnis ab; über eine Gesellschaft heuchelnder Egomanen und das Porträt einer geschundenen, nicht aber verlorenen Seele. Vor dem Hintergrund rauchender Fabrikschloten, inmitten eines fauchenden Ungetüms, maschineller Revolution in klinischer Kälte.

_Garfield auf Blogbusters
(Abgerufen am 06.07.2014)

The Elephant Man” ist kein Film an dem man Spaß haben kann – und das nicht etwa wegen der Hauptfigur oder deren titelgebende Deformation, sondern wegen des unmenschlichen und asozialen Verhaltens, dass ihr vielerorts entgegen gebracht wird – es ist das Portrait einer kaputten Gesellschaft, verpackt in trister, schwarz-weißer Bildsprache.

Hitmanski auf It’s Just a Film
(Abgerufen am 06.07.2014)

Der Elefantenmensch ist ein Außenseiter, der diese Rolle in allen Facetten durchlebt. David Lynch betont in seinem Film am Ende die Rolle des Künstlers, der sich trotz aller Avantgarde nur als Freak in einem hochkulturellen Zirkel der Schaustellerei wiederfindet; eine transzendentale Gegenüberstellung von Horror, Exploitation und Tragödie. Mag es eine Ballade sein, die am sichersten in die Herzen der wirklichen Outcasts trifft, es ist eine Gefühlswelt, die jeden Menschen betrifft und sei es nur, kurz inne zu halten und über das Angeklagte zu sinnieren.

Intergalactic Ape-Man auf Intergalaktische Filmreisen
(Abgerufen am 05.07.2014)

Puh, jetzt muss ich ja noch irgendwie ein Fazit ziehen. Damit tue ich mich immer recht schwer. Also, erst mal muss ich anmerken, dass dies jetzt schon mein Lieblings-Lynch-Film ist, einfach weil ich hier gerafft habe, worum es eigentlich geht. [...] Guter Film hier zum Start.

Marcel Michaelsen auf Filmschrott
(Abgerufen am 05.07.2014)

Es sind auch der Thrill und die Sensation des Horrorfilms, im abgeschotteten Kinoraum, im dunklen Wohnzimmer, den Lynch in den nächtlichen Besuchen wiederfindet, die damit einhergehende Stimulanz durch die Faszination des Bösen – besser: der Projektion des Bösen – als kapitalisierte Vergnügungs-Ware, sei es durch den brutal gierigen „Stiefvater“ Bytes oder durch den im Verborgenen agierenden, nahezu unsichtbaren Nachtarbeiter.

Jens Mayer auf Keiner hat Recht
(Abgerufen am 05.07.2014)

Sinnbildlich für den Film steht auch die dramatische Verschleppung von Merrick auf das Festland, dem eine aus dem Ruder gelaufene “Besichtigungstour” durch einige Sensationsgierige vorausgegangen war. [...] Hier zeigt Lynch sehr eindrucksvoll, dass es gerade die “normalen” Menschen sind, die zu abstoßenden Monstern werden und die ausgestoßenen “Kreaturen” die wahren Herzensmenschen sind, die Mitgefühl und Aufopferungsbereitschaft zeigen. Und wer glaubt, dass genau so etwas in der heutigen Zeit ja nicht mehr vorkommt, der sollte nur mal einen Blick in das TV-Programm der Privaten werfen.

Stephan auf Die Academy
(Abgerufen am 05.07.2014)

So schnell es geht, dass das Interesse von Treves geweckt wird, so schnell hat sich meines im Grunde verabschiedet. Lynch ist es nicht gelungen, dass ich mit seinem Elefantenmenschen oder mit Treves mitfühle, vieles wirkt einfach wie Stationen, die abehakt werden müssen. Der Widerstand von Merricks “Besitzer” – Check. Die Zweifel der Krankenhausleitung – Check. Die “dramatische” Wendung – dazu noch relativ vorhersehbar – Check. Und dann ist der Film zu Ende.

Xander auf Xanders Blog
(Abgerufen am 05.07.2014)



  • Originaltitel: The Elephant Man
  • Deutscher Alternativtitel: Der Elefantenmensch
  • Regie: David Lynch
  • Autor: Christopher De Vore, Eric Bergren, David Lynch, Frederick Treves, Ashley Montagu
  • Darsteller: Anthony Hopkins (dt. Joachim Kerzel), John Hurt (dt. Joachim Tennstedt), Anne Bancroft (dt. Bettina Schön), John Gielgud (dt. Friedrich Schoenfelder), Wendy Hiller (dt. Gudrun Genest), Freddie Jones (dt. Friedrich W. Bauschulte), Michael Elphick (dt. Harald Dietl), Hannah Gordon, Helen Ryan (dt. Ursula Heyer), John Standing (dt. Jürgen Thormann), Dexter Fletcher (dt. Sven Plate), Lesley Dunlop, Phoebe Nicholls, Pat Gorman, Claire Davenport, Orla Pederson, Patsy Smart, Frederick Treves (dt. Manfred Grote), Stromboli, Richard Hunter, James Cormack, Robert Lewis Bush, Roy Evans, Joan Rhodes, Nula Conwell, Tony London, Alfie Curtis, Bernadette Milnes, Brenda Kempner, Carol Harrison, Hugh Manning, Dennis Burgess (dt. Martin Hirthe), Fanny Carby, William Morgan Sheppard, Kathleen Byron, Gerald Case, David Ryall, Deirdre Costello, Pauline Quirke, Kenny Baker (dt. Friedrich Georg Beckhaus), Chris Greener, Marcus Powell, Gilda Cohen, Lesley Scoble, Teri Scoble, Eiji Kusuhara, Robert Day, Patricia Hodge, Tommy Wright, Peter Davidson, John Rapley, Hugh Spight, Teresa Codling, Marion Betzold, Caroline Haigh, Florenzio Morgado, Victor Kravchenko, Beryl Hicks, Michele Amas, Lucie Alford, Penny Wright, Janie Kells, Lydia Lisle, Eric Bergren, Adam Caine, Christopher De Vore, Harry Fielder, Norman Gay, Ralph Morse, Kevin Schumm, Fred Wood
  • Erstaufführung: 03.10.1980, New York City, New York, USA
  • Produktionsland: Großbritannien, USA
  • Produktionsfirma: Brooksfilms
  • Produktion: Stuart Cornfeld, Jonathan Sanger, Mel Brooks
  • Kamera: Freddie Francis
  • Schnitt: Anne V. Coates
  • Musik: John Morris
  • Special Effects Firma: Effects Associates
  • Special Effects: Graham Longhurst, Neil Corbould, Paul Corbould, Martin Gutteridge, Garth Inns

Infos: OFDb, IMDb, Wikipedia, Moviepilot

3 comments on “Der Elefantenmensch (1980)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>